CDU-Behindertenbeauftragter in Frechen Ressourcen der BBW für Fachkräftesicherung nutzen

Am 15. November 2018 besuchte der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Wilfried Oellers MdB, das Berufsbildungswerk in Frechen. Im Gespräch mit Gesamtleiter Markus Besserer und dem stellvertretenden Vorsitzenden der BAG Berufsbildungswerke (BAG BBW), Samuel Breisacher, betonte Oellers, dass die Ressourcen und Kompetenzen der Berufsbildungswerke zur Qualifizierung von Fachkräften noch stärker für weitere Zielgruppen genutzt werden müssen.

Der Heinsberger Abgeordnete ist seit Mai Beauftragter für Menschen mit Behinderungen in der Unionsfraktion. Es war sein erster Besuch in einem Berufsbildungswerk (BBW). Das BBW Frechen bildet seit über 40 Jahren Jugendliche mit Behinderungen in 30 anerkannten Berufen aus. Mittlerweile sind auch Angebote der Jugendhilfe für geflüchtete Jugendliche auf dem Campus geschaffen worden. "Berufsbildungswerke haben sich über die Jahre gewandelt, das ist politisch so gewollt, aber auch gesellschaftlich notwendig", betonte Gesamtleiter Markus Besserer.

Über das NRW-Modellprojekt "Chance Zukunft" hat das BBW gemeinsam mit allen BBW in NRW in den vergangenen drei Jahren junge Erwachsene begleitet, die seit Jahren die Regelsysteme verlassen haben - ohne Schulabschluss, häufig mit massiven psychischen Problemen, obdachlos und ohne Zukunftsperspektive. "Wir haben es geschafft, mit einer engmaschigen Begleitung rund 53 Prozent dieser Jugendlichen aus dem SGB II herauszuführen. Das ist ein echter Erfolg", ist Besserer stolz. Auf das Modell folgt jetzt eine Maßnahme nach 16h SGB II, die zum 1. Januar 2019 startet.

Was bisher fehle, sei eine nachhaltige, berufliche Anschluss-Qualifizierung für diese jungen Menschen, die zwar meist keinen Reha-Status hätten, jedoch ohne enge Begleitung und Förderung keinen Berufsabschluss auf dem regulären Arbeitsmarkt schaffen könnten, berichtet Samuel Breisacher, stellvertretender Vorsitzender der BAG BBW. "Der 16 h läuft ins Leere, wenn die Jugendlichen zum Übergang auf den Arbeitsmarkt erneut in Regel-Maßnahmen gesteckt werden, die vorher auch schon erfolglos blieben. Es darf nicht sein, dass diese jungen Menschen sich selbst überlassen bleiben, bis sie irgendwann vielleicht in den
16 i, das neue Teilhabechancengesetz, rutschen", so Breisacher.

Willfried Oellers betonte, dass die Systeme durchlässiger werden müssten, in mehrere Richtungen. Wenn Jugendliche mit erheblichem Förderbedarf frühzeitig eine passgenaue Unterstützung brauchten, dann müssten sie diese auch bekommen. Die Ursache des Förderbedarfs dürfe kein Hinderungsgrund sein. Gemeinsam wollen Oellers und die BAG BBW an dem Thema weiterarbeiten.

Pressemitteilung

Ressourcen der Berufsbildungswerke zur Fachkräftesicherung nutzen