Deutsches Institut für Menschenrechte BBW als Chance statt Sackgasse

Im Vordergrund ist ein großer Wagen mit Paketen. Daneben steht ein junger Mann, der etwas notiert. Im Hintergrund befinden sich Regale, eine Frau und ein Mann.

DRK-BBW Worms

Die Monitoring-Stelle zur Umsetzung der UN-BRK fordert einen inklusiven Arbeitsmarkt mit entsprechenden Ausbildungsmodellen - und legt den Fokus allein auf Regel-Ausbildungen im Betrieb. Hingegen sind in Berufsbildungswerken Ausbildungen in enger Kooperation mit Betrieben an der Tagesordnung – mit guten Aussichten auf eine Übernahme in den ersten Arbeitsmarkt.

Eine erfüllende und auskömmliche Arbeit ist entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe. Viele Jugendliche mit Behinderungen brauchen eine Starthilfe, um ihren Weg ins Berufsleben zu finden. Für sie sind die über 50 Berufsbildungswerke (BBW) in ganz Deutschland ein wichtiger Ausbildungspartner in über 250 Berufen. Sie bieten Unterstützung bei der Berufsorientierung, der Qualifizierung bis hin zu Ausbildung und Vermittlung.
 

Inklusiver Arbeitsmarkt als Ziel ist richtig - aber auch heute darf niemand verloren gehen!

Für viele Jugendliche und junge Erwachsene bietet die Ausbildung im BBW eine wichtige Chance, sich ein selbstbestimmtes (Berufs-)Leben aufzubauen. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Fachkräften mit sozialpädagogischen, psychologischen und medizinischen Kompetenzen. Ein Jahr nach der Ausbildung finden so über 64 Prozent der Absolventen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Ein erfolgreicher Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt ist das Ziel der Arbeit der Berufsbildungswerke. Dafür kooperieren sie eng mit Unternehmen. Gleichzeitig sind sie für die Wirtschaft wichtige Partner zur Fachkräftegewinnung. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat dies bestätigt: Berufsbildungswerke sind von Unternehmen als Partner in der Ausbildung junger Menschen mit Behinderung sehr geschätzt.

Mit der Verzahnten Ausbildung (VAmB) haben die Berufsbildungswerke seit 2015 eine inklusive Maßnahme etabliert. Bis zu 18 Monate wird in Betrieben ausgebildet. Die BBW-Ausbilder bleiben eng an der Seite der Jugendlichen, vor allem in Krisen oder zur Vorbereitung auf Prüfungen. Dabei ist stets das Ziel, so bald wie möglich – noch während der Maßnahme – den Übergang in eine betriebliche Ausbildung zu realisieren.

Heute werden bundesweit 20 Prozent der Jugendlichen im VAmB-Modell fit für den Arbeitsmarkt gemacht, mit steigender Tendenz: 86 Prozent finden spätestens ein Jahr später eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt. Berufsbildungswerke sind damit verlässliche Begleiter für junge Menschen mit Behinderung und entscheidende Türöffner ins Berufsleben. Sie tragen aktiv zur Umsetzung der UN-BRK bei.

Ein inklusiver Arbeitsmarkt als Ziel ist richtig - aber auch heute darf niemand verloren gehen. 

Lesen Sie dazu die vollständige Stellungnahme der BAG BBW zum DIMR-Papier.

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Stellungnahme DIMR-Papier 2018