Der Nachteilsausgleich

Ein Nachteilsausgleich (NTA) soll dafür sorgen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in Ausbildung und Prüfung faire Chancen haben. Dabei werden Nachteile ausgeglichen, die durch körperliche oder psychische Beeinträchtigungen entstehen können.

Ein möglicher Nachteilsausgleich kann sein:

  • Zeitverlängerung in Prüfungen
  • technische Hilfsmittel
  • räumliche Anpassungen
  • eine angepasste Form der Prüfung.

Bei einem Nachteilsausgleich bleiben die Anforderungen der Ausbildung oder Prüfung gleich. Ziel ist es, bestehende Nachteile auszugleichen, ohne dabei Inhalte oder Leistungen zu vereinfachen. Der Nachteilsausgleich ermöglicht somit faire und chancengerechte Bedingungen.

Herausforderungen beim NTA-Verfahren

In der Praxis ist es oft nicht leicht, passende Informationen zum Nachteilsausgleich (NTA) zu finden. Außerdem ist jeder Fall anders.

Das kann zu vielen Fragen und Unsicherheiten führen – zum Beispiel:

  • Wer kann einen Nachteilsausgleich (NTA) beantragen?
  • Welche Nachteilsausgleiche gibt es?
  • Welcher NTA kann in einer bestimmten Situation helfen?
  • Wie ist das Antragsverfahren? Welche Dokumente sind nötig?
  • Wer entscheidet?

Das NTA-Lotsen Projekt

Was ist der NTA-Lotse?

Ein erster Prototyp des NTA-Lotsen wird voraussichtlich Anfang 2028 vorgestellt. Hier finden Nutzer*innen zukünftig alles Wichtige rund um den Nachteilsausgleich (NTA)– verständlich, aktuell und an einem Ort:

  • Informationen
  • praktische Hilfen
  • Empfehlungen

Die Plattform bietet Orientierung und praktische Unterstützung für eine individuelle, faire und fachgerechte Umsetzung von Nachteilsausgleichen.

Geplant ist außerdem ein KI-gestützter Chatbot. Er unterstützt Nutzer*innen dabei, Antworten auf ihre Fragen zu finden und sie Schritt für Schritt durch das Verfahren zu begleiten.

Was bietet der NTA-Lotse?

Der NTA-Lotse ist eine digitale Plattform mit Informationen und praktischen Hilfen rund um den Nachteilsausgleich (NTA).

Nutzer*innen finden dort zum Beispiel:

  • Informationen: Wissenswertes zum Nachteilsausgleich in Ausbildung und Prüfung
  • Orientierung: Informationen zu rechtlichen Grundlagen und zum Ablauf
  • Empfehlungen: Hinweise für unterschiedliche Beeinträchtigungen und Situationen
  • Praxishilfen: Dokumentvorlagen und weitere Arbeitshilfen
  • Unterstützung bei Fragen: Hilfe bei individuellen Fragen zum Nachteilsausgleich

An wen richtet sich der NTA-Lotse?

Der NTA-Lotse richtet sich an alle, die am Prozess des Nachteilsausgleichs beteiligt sind und Fragen zum Nachteilsausgleich (NTA) haben.

Dazu gehören insbesondere:

  • Auszubildende mit z.B. psychischen, körperlichen und/oder Sinnesbeeinträchtigungen
  • Angehörige und andere Bezugspersonen
  • Ausbilder*innen und Lehrkräfte
  • Mitarbeitende in zuständigen Stellen (z.B. Kammern und Behörden)
  • Mitglieder von Prüfungsausschüssen
  • Arbeitgeber*innen
  • Gutachter*innen (Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und Psycholog*innen)

Projektverantwortliche

Das Projekt vereint Partner aus Praxis, Forschung und Technologieentwicklung. Gemeinsam stellen sie sicher, dass fachliche Expertise, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen in die Entwicklung des NTA-Lotsen einfließen.

Ein Projekt-Beirat unterstützt mit Expertise und Netzwerk. Der Beirat ist mit Vertretungen von BMAS, BIBB, KMK, HWK, IHK, LWK und einer Vertretung mit sozialrechtlicher Expertise besetzt.

Das Projekt NTA-Lotse wird aus dem Ausgleichsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

Projektlaufzeit: 01.04.2026 bis 31.03.2030

Ansprechperson

Aktuelles

Für mehr Transparenz beim Nachteilsausgleich: Projekttreffen in Berlin

Auf Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) kamen am 16. Juni die Partner des Projekts „NTA-Lotse“ zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen zusammen. Die BAG BBW übernimmt als Dachorganisation der Berufsbildungswerke die Gesamtkoordination des Projekts.

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