Die Schulung vermittelte ein umfassendes Verständnis der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) und zeigte, wie sie als gemeinsame Sprache im Rehabilitations- und Teilhabekontext genutzt werden kann. Neben einem Überblick über die historische Entwicklung und die gesetzlichen Rahmenbedingungen stand insbesondere die Bedeutung der ICF im heutigen bio-psycho-sozialen Gesundheitsverständnis im Fokus. Ziel war es, die Teilnehmenden zu befähigen, die ICF sicher anzuwenden und in ihren Einrichtungen weiterzugeben.
Zentrale Inhalte der Schulung
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Grundlagen und Rahmenbedingungen: Historische Entwicklung der ICF, Einordnung in nationale und internationale Regelwerke sowie Bedeutung für Eingliederungshilfe und Rehabilitation.
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Aufbau und Modellverständnis: Struktur und Leitgedanken der ICF, insbesondere das Zusammenspiel von Körperfunktionen, Aktivitäten, Partizipation sowie Umwelt- und personenbezogenen Faktoren.
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ICF in der Praxis: Systematische Einschätzung von Ressourcen und Barrieren, Erstellung von ICF-Profilen und Ableitung individueller Unterstützungsbedarfe.
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Zusammenarbeit im Reha-Team: Interdisziplinäres Arbeiten auf Basis einer gemeinsamen Fachsprache und eines gemeinsamen Verständnisses von Teilhabe.
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Teilhabe und Förderplanung: Partizipation als Leitprinzip, ethische Grundlagen, personenzentrierte Zielentwicklung sowie Anwendung der Reha-Hypothese zur Formulierung konkreter, überprüfbarer Maßnahmen.
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Praxisreflexion: Fallbeispiele, Übungen und kollegialer Austausch zur Vertiefung und zum Transfer in den Berufsalltag.
Gestaltet wurde die Schulung von sechs erfahrenen Referentinnen und langjährigen ICF-Multiplikatorinnen: Mirko Feuerhahn und Verena Drescher (BBW Hannover), Birgit Heimann und Sünje Matzen (BBW Husum), Anja Schneider (BBW Greifswald) sowie Maren Dierlamm (BBW Waiblingen). Sie vermittelten nicht nur fundiertes Fachwissen und Praxiserfahrung, sondern auch die mit der ICF verbundene Haltung: ressourcenorientiert, respektvoll und konsequent teilhabeorientiert – stets mit dem Blick auf die individuellen Stärken junger Menschen.
Ein besonderer Mehrwert der Schulung war der intensive Erfahrungsaustausch. Die Teilnehmenden mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen und Rollen brachten eigene Praxisbeispiele ein, reflektierten gemeinsam ihre Vorgehensweisen und entwickelten neue Perspektiven auf die Anwendung der ICF. Deutlich wurde dabei, wie bereichernd vielfältige fachliche Sichtweisen für die Weiterentwicklung einer gemeinsamen Fachsprache sind.
Mit ihrem Engagement tragen die neu qualifizierten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dazu bei, die ICF in den Berufsbildungswerken weiter zu verankern und die Qualität der Arbeit nachhaltig zu stärken. Unterstützt wird dies durch regelmäßige Austauschformate der ICF-Multiplikator*innen, in denen die praktische Arbeit kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Für alle Beteiligten waren es vier inspirierende Tage voller Lernen, Austausch und gemeinsamer Weiterentwicklung.
