An dem Austausch nahmen Tobias Schmidt, Vorsitzender der BAG BBW, Tanja Ergin, Geschäftsführerin der BAG BBW, Andreas Kather, Geschäftsführer des Rotkreuz-Instituts Berufsbildungswerk im DRK Berlin gGmbH, sowie Kerstin Stoye, Vorstand der BAG BBW und Leiterin des Annedore-Leber-Berufsbildungswerks Berlin, teil.
Ausgangspunkt der Diskussion war eine Aussage im Positionspapier, in der Ausbildungsangebote in Berufsbildungswerken als „geschützte Ausbildungen“ ohne anerkannten Berufsabschluss bezeichnet wurden. Dies sollte aus Sicht der BAG BBW korrigiert werden.
Tobias Schmidt stellte klar, dass Berufsbildungswerke ausschließlich duale Ausbildungen mit anerkannten Kammerabschlüssen nach dem Berufsbildungsgesetz beziehungsweise der Handwerksordnung anbieten. „Rund 70 % der Absolvent*innen finden nach erfolgreich bestandener Prüfung eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt.“ Er fügte hinzu: „Transparenz und Qualität sind zentrale Leitlinien unserer Arbeit. Einheitliche Standards, verbindliche Vereinbarungen mit der Bundesagentur für Arbeit und eine bundesweite Datenerhebung machen die Leistungen der Berufsbildungswerke heute so transparent wie nie zuvor und schaffen eine verlässliche Grundlage für nachhaltige Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt.“
Tanja Ergin unterstrich die Rolle der Berufsbildungswerke im Rehabilitationssystem und verwies darauf, dass sie einen wichtigen Beitrag zu einer inklusiven Ausbildungslandschaft leisteten. „Berufsbildungswerke wollen Teil der Lösung für einen inklusiven Ausbildungsmarkt sein“. Bei vielen Forderungen bestehe Konsens, etwa beim Ausbau der Beratung über die Jugendberufsagenturen.
Andreas Kather hob hervor: „Die Angebote der Berufsbildungswerke zeichnen sich besonders durch die enge Verzahnung mit dem ersten Arbeitsmarkt aus. Wir arbeiten regional eng mit kleinen und mittleren Betrieben sowie großen Unternehmen zusammen, um die betrieblichen Praxisanteile systematisch zu sichern.“
Kerstin Stoye erklärte, dass BBW Jugendlichen mit schwacher schulischer Vorbildung, die kaum Chancen auf eine betriebliche Ausbildung haben, eine verlässliche Starthilfe biete. Ziel sei es, neben beruflichem Fachwissen vor allem die Persönlichkeitsentwicklung sowie die psychische und physische Stabilität zu stärken. „Viele junge Menschen lernen bei uns erstmals, ihr Leben selbstständig zu organisieren“, ergänzte sie – von der Prüfungsvorbereitung bis hin zum eigenständigen Wohnen.
Catrin Wahlen sicherte zu, dass Papier in ihrer Fraktion erneut zur Diskussion zu stellen und sich vor Ort in einem BBW ein eigenes Bild zu machen.
