Unter dem Titel „Zwischen Aufbrüchen und Abbrüchen – Berufliche Rehabilitation als dynamischer Prozess“ hat die BAG BBW beim Reha-Kolloquium am 26. März 2026 erstmals ein eigenes Diskussionsforum gestaltet.
Mit dabei waren Dr. Grit Franke (BBW Leipzig), Prof. Dr. Roland Stein (Universität Würzburg), Prof. Dr. Markus Spreer (Universität Leipzig) und Angelika Kvaic (Bundesagentur für Arbeit). Die Moderation übernahm Walter Krug (Vorstand BAG BBW).
Im Forum wurde deutlich: Berufliche Rehabilitation verläuft selten geradlinig, sondern ist ein dynamischer Prozess mit Höhen, Tiefen und Phasen der Neuorientierung. Selbst unter guten Rahmenbedingungen erleben viele junge Menschen Brüche, Unsicherheiten und Richtungswechsel.
Besonders kritisch sind dabei zwei Phasen: das erste Ausbildungsjahr, in dem neue Anforderungen bewältigt werden müssen, und der Übergang in den Arbeitsmarkt, der mit neuen Rollen, Erwartungen und sozialen Kontexten verbunden ist. Gerade in diesen Phasen zeigt sich, wie entscheidend eine verlässliche und passgenaue Begleitung ist.
Die Beiträge aus Wissenschaft und Praxis machten zudem deutlich, dass Abbrüche differenziert betrachtet werden müssen. Sie sind oft Ausdruck komplexer individueller Entwicklungen und nicht automatisch als Scheitern zu bewerten. Gleichzeitig nehmen psychische Belastungen und vielfältige Unterstützungsbedarfe der Teilnehmenden spürbar zu, was neue Anforderungen an Fachkräfte und Institutionen stellt.
Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Erfolgreiche Rehabilitation braucht flexible, individualisierte Angebote, gut qualifizierte Fachkräfte und starke Netzwerke zwischen allen beteiligten Akteuren. Ebenso wichtig ist eine kontinuierliche Begleitung, die nicht mit dem Ende der Ausbildung abbricht, sondern Übergänge aktiv mitgestaltet.
