Claudia Joest, Projektleiterin von EdAL MR 4.0, eröffnete die Veranstaltung mit einer Vorstellung des Projekts, der Ziele und Ergebnisse. „Wir wollten für Berufsbildungswerke eine Lernmethode entwickeln, die inklusiv, innovativ und zukunftsorientiert ist“, so Joest.
EdAL MR 4.0 steht für die Entwicklung und Erprobung digitalisierter Arbeitshilfen und Lerneinheiten auf Mixed-Reality-Basis in der beruflichen Reha-Ausbildung zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt 4.0. Im Zentrum des Projekts steht der Einsatz der Microsoft HoloLens 2, mit der virtuelle Inhalte als Erweiterung klassischer Lernformate genutzt werden können.
Seit dem Start des Projekts, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln des Ausgleichsfonds gefördert wird, wurden in den BBW Hamburg, Gera und Dortmund praxisnahe Mixed-Reality-Lernszenarien für die Ausbildungsgänge Friseur, Lager/Logistik und Koch/Köchin entwickelt und erprobt.
Besonderen Wert legte das Projektteam auf die aktive Einbindung der Zielgruppen: „Teilnehmende und Ausbilder*innen waren von Anfang an Teil des Entwicklungsprozesses. Nur so konnten Inhalte entstehen, die ausbildungsrelevant sind und echten Mehrwert bieten“, betonte Joest.
Die entwickelten Lernszenarien kombinieren interaktive 3D-Hologramme mit spielerischen Elementen. Gerade für junge Menschen mit Behinderung bietet die dreidimensionale, virtuelle Umgebung eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Wissensvermittlung.
Laura Wuttke, wissenschaftliche Mitarbeiterin der TU Dortmund, veranschaulichte in der Schulung mit kurzen Videos, wie die Anwendung funktioniert. Sie demonstrierte, wie leicht sich die HoloLens 2 nutzen lässt – und wie einfach sich selbst schwierige Inhalte in der virtuellen Umgebung vermitteln lassen.
Mit dem Abschluss des Projekts steht nun ein erprobter Prototyp zur Verfügung, der allen Berufsbildungswerken bereitgestellt wird. Die Anwendung beinhaltet eine Schnittstelle zu einem Redaktionssystem, über das Anpassungen der Inhalte sowie die Verfolgung der Lernfortschritte möglich sind.
Mit Projektende steht den BBW die HoloLens-Anwendung, der programmierte Code und eine anschauliche Betriebs- und Nutzungsanleitung für einen reibungslosen Einstieg in die neue Lerntechnologie zur Verfügung.
Das Interesse an der Schulung war groß – viele Teilnehmende zeigten sich beeindruckt von den Möglichkeiten, die Mixed Reality in der Ausbildung eröffnet. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Berufsbildungswerke sind bereit, neue digitale Wege zu gehen.
Weitere Informationen:
www.bbw-mixedreality.de
