Künstliche Intelligenz als Chance für mehr Teilhabe im Arbeitsleben

Künstliche Intelligenz (KI) kann Türen öffnen – gerade auch dort, wo Barrieren bislang die Teilhabe an Gesellschaft und Arbeit erschwert haben. Auf den Inklusionstagen 2025, die am 12. und 13. Mai unter dem Motto „DIGITALISIERUNG barrierefrei – selbstbestimmt – zeitgemäß“ im Berliner Café Moskau stattfanden, rückte der Workshop vom Projekt KI-Kompass Inklusiv genau diese Chancen in den Fokus: „KI-Technologien für Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben: Bedeutung für Inklusion und Teilhabe“.

Am Eröffnungstag zum Thema „Barrierefrei in die Zukunft: Arbeit und Ausbildung im digitalen Zeitalter“ hat Beate Milluks, Projektleiterin für Schulungen und Beratungen im Projekt „KI Kompass Inklusiv“ die zentralen Bedarfe von Menschen mit Behinderungen und Arbeitgebern mit Blick auf das Thema KI in der Arbeitswelt dargelegt. „Wir haben inzwischen über 60 Schulungen durchgeführt. Ethik und Datenschutz treiben viele Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber um“, betonte Beate Milluks. Sie verwies zudem auf die Bedeutung des barrierefreien Zugangs zu KI-Technologien. Hier seien vor allem Anbieter*innen und Entwickler*innen gefordert, Zugänge für Menschen mit Behinderungen sicherzustellen. Mit auf dem Podium diskutierten auch Vertreterinnen der Bundesagentur für Arbeit sowie von Unternehmen.

„Was bieten KI-gestützte Assistenztechnologien in Bezug auf Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und Inklusion?“ – mit dieser Frage befassten sich die Teilnehmer*innen des 90-minütigen Workshops, der vom Team des Projektes KI-Kompass Inklusiv organisiert und durchgeführt wurde. Von Vertreterinnen der Verbundpartner Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) , Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e. V. (BAG BBW), Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V. (BAG WfbM) und Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW)wurden Potenziale von KI im Kontext beruflicher Teilhabe diskutiert und anhand konkreter Beispiele greifbar gemacht.

Im Zentrum des Workshops standen folgende Fragen:

  • Wie, bei welchen Aufgaben, kann KI Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben konkret unterstützen?
  • Welche Technologien existieren bereits, und für welche Zielgruppen sind sie besonders geeignet?
  • Welche Schulungs- und Beratungsbedarfe zeigen sich in der Beratungspraxis und wo liegen hier aktuelle Herausforderungen in Bezug auf Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und Praxistauglichkeit?

Die Teilnehmenden erhielten von Dr. Berit Blanc (DFKI) zunächst einen Einblick in zentrale Recherche- und Forschungsergebnisse zu verfügbaren KI-gestützten Assistenztechnologien und ihre Einsatzmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Auf der Webseite www.ki-kompass-inklusiv.de sind diese Ergebnisse im sogenannten Technologie-Monitor veröffentlicht. Anschließend berichteten Verena Anton und Beate Milluks (beide BAG BBW) sehr anschaulich aus ihrer Beratungs- und Schulungspraxis. Gerade auch ihre Technologiebeispiele zur KI-gestützten Live-Audiotranskription, zur Übersetzung von Alltags- in einfache Sprache sowie zur Computernutzung durch Kopf-, Mimik-, Blick- oder Fußsteuerung verdeutlichten, dass KI nicht nur theoretisches Potenzial hat, sondern reale Wirkung insbesondere in Hinsicht auf selbstbestimmtes, inklusives Arbeiten entfalten kann.

Interaktive Diskussionsrunden eröffneten Räume für Rückfragen und neue Perspektiven. Es wurde deutlich, dass auf die Bedarfe ausgerichtete KI ein Schlüssel für Inklusion und Teilhabe sein kann – aber nur, wenn sie mindestens DSGVO-konform und barrierefrei gestaltet sowie partizipativ entwickelt und erprobt wird. Die Themen Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und Inklusion müssen bei der Entwicklung und Implementierung von KI-Technologien zusammengedacht werden – nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil.

Mit einem kurzen Ausblick endete der Workshop. Die Botschaft: Die Entwicklung barrierefreier KI ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Projekte wie KI-Kompass Inklusiv leisten hier wichtige Pionierarbeit – sie informieren, sensibilisieren und setzen Impulse, wie zeitgemäße Technologie inklusiver gedacht und gemacht werden kann.