50 Jahre BAG BBW: Festakt mit dem Bundespräsidenten

Mit einem feierlichen Festakt in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) am 20. November 2025 ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Unter dem Jubiläumsmotto „Wir feiern Stärken, jeden Tag“ kamen 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Reha-Trägerschaft, den Berufsbildungswerken sowie zahlreiche Partnerinnen und Gäste aus ganz Deutschland zusammen, um fünf Jahrzehnte Engagement für Teilhabe, Bildung und Inklusion zu würdigen – und den Blick auf die Zukunft der beruflichen Rehabilitation zu richten

"Berufsbildungswerke stärken unsere Wirtschaftskraft"

Durch den Abend führte Kerstin Palzer vom ARD-Hauptstadtstudio. In mehreren Video-Grußbotschaften gratulierten Partnerinnen, Wegbegleiterinnen und Unterstützer*innen der BAG BBW zum Jubiläum und unterstrichen die Bedeutung der Berufsbildungswerke für die inklusive Bildungslandschaft in Deutschland.

Ein Höhepunkt des Abends war das Grußwort des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der die Leistungen der Berufsbildungswerke würdigte und den Mitarbeitenden sowie Auszubildenden seinen Dank aussprach. „Berufsbildungswerke stärken unsere Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Sie bilden qualifizierte Fachkräfte aus, die wir so dringend brauchen – in allen Branchen und ganz besonders für den digitalen und klimafreundlichen Umbau unseres Landes. Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie vorausdenken, dass Sie vorangehen, dass Sie Ausbildungen weiterentwickeln, dass Sie offen sind für neue Technologien“.

Bundespräsident Steinmeier bezeichnete die Berufsbildungswerke zudem als „Starkmacher“: „Sie fördern die Stärken von jungen Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, an heute 52 Standorten und in mehr als 200 dualen Ausbildungen, die alle bis zum Kammerabschluss führen: ob im Handwerk, in der Industrie oder im Handel. Und es ist wirklich großartig zu sehen und zu hören, wie junge Männer und Frauen in den Berufsbildungswerken aufblühen, wie sie an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gewinnen.“
Abschließend richtete der Bundespräsident seinen Dank an alle Engagierten in den Berufsbildungswerken: „Mein Dank gilt heute den vielen, die sich tagtäglich für die berufliche Zukunft von Menschen mit Beeinträchtigungen stark machen. Und er gilt ganz besonders den Auszubildenden und Absolventen der Berufsbildungswerke, die in Beruf und Gesellschaft mit anpacken. Sie alle verdienen Anerkennung und Respekt.“

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Im Anschluss hielt Tobias Schmidt, Vorsitzender der BAG BBW, die Festrede. Er blickte auf die Entwicklung der BAG BBW seit ihrer Gründung zurück und hob die besondere Rolle der Berufsbildungswerke als Kompetenzzentren für berufliche Rehabilitation hervor. Schmidt betonte, dass Qualität, Innovation und partnerschaftliche Zusammenarbeit auch künftig die Grundlage erfolgreicher Arbeit für junge Menschen mit Behinderungen bleiben müssen. „Die Debatte über Inklusion darf nicht nur in Gesetzestexten stattfinden. Wer heute an Inklusion spart, gefährdet unsere Erfolge. Ja, Inklusion kostet Geld – aber das sollte es uns als Gesellschaft immer Wert sein“, betonte Schmidt.

Glückwünsche und persönliche Perspektiven

Mit persönlichen Glückwünschen schlossen sich Sophie Hartdegen und Michelle Lindemann, beide Teilnehmerinnen im BBW Nordhessen, an. Michelle Lindemann betonte, wie wichtig ein geschützter Lernort für viele junge Menschen mit Behinderung ist: Im BBW bekommen wir individuelle Unterstützung und die Chance, später wirklich auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.“
Sophie Hartdegen hob die Bedeutung von Teilhabe und Mitbestimmung hervor und verwies auf die neue Teilnehmenden-Mitwirkungsordnung: Sie bietet in allen BBW eine klare und einheitliche Grundlage – und ein gemeinsames Verständnis davon, was Teilhabe und Mitbestimmung bedeuten.“

Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, überbrachte die Glückwünsche des langjährigen Partners der BAG BBW. In seinem Beitrag unterstrich er die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Berufsbildungswerken und der Bundesagentur für Arbeit. „BBW sind für uns etablierte Partner, um Menschen mit Behinderungen an den Arbeits- und Ausbildungsmarkt heranzuführen, die wegen Art und Schwere ihrer Behinderungen besondere Unterstützung bedürfen.“ Terzenbach hob hervor, dass es auch zukünftig, in der sich wandelnden Arbeitswelt, der Expertise und Erfahrung von Reha-Einrichtungen bedarf, um eine gute Unterstützung für Menschen mit Behinderungen zu realisieren.

Moderierte Gespräch mit Elke Büdenbender

Ein besonders berührender Programmpunkt war das moderierte Gespräch mit Elke Büdenbender, der Ehefrau des Bundespräsidenten, Mike Weiß, ehemaliger Auszubildender im BBW Worms, und Viola Kwarteng, aktuelle Auszubildende im BBW Hamburg. Offen, persönlich und inspirierend berichteten die jungen Menschen von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgen – ein eindrucksvoller Beleg dafür, was „Wir feiern Stärken“ im Alltag bedeutet.

Elke Büdenbender, die sich seit vielen Jahren für Chancengleichheit und berufliche Bildung engagiert, zeigte sich beeindruckt von den persönlichen Geschichten und vom Engagement der Berufsbildungswerke. Sie betonte, wie wichtig es sei, jungen Menschen unabhängig von ihren Voraussetzungen Perspektiven zu eröffnen – durch gute Ausbildung, individuelle Begleitung und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten.

50 Jahre – ein starkes Zeichen für die Zukunft

Tanja Ergin, Geschäftsführerin der BAG BBW, schloss den Festakt zum 50-jährigen Jubiläum mit einigen persönlichen Worten ab und würdigte die Bedeutung des gemeinsamen Engagements.
Den festlichen Abschluss bildete ein musikalischer Ausklang mit anschließendem Netzwerken. In wertschätzender Atmosphäre blickten die Gäste auf 50 Jahre BAG BBW zurück und richteten den Blick zugleich auf die Zukunft – mit dem gemeinsamen Ziel, Teilhabe und Qualität in der beruflichen Bildung weiter zu stärken.

 

 

Starke Stimmen gratulieren
Bildergalerie

Fotos: BAG BBW/Peter Himsel