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Persönliches Budget

Persönliches Budget

Seit dem 1. Januar 2008 haben Menschen mit Behinderungen Anspruch auf ein Persönliches Budget. Bei dieser neuen Art der Leistungsgewährung (keine zusätzliche Leistung) werden bislang fest definierte Dienst- und Sachleistungen der Rehabilitationsträger durch Geldleistungen oder Gutscheine an die Betroffenen ersetzt.

Mit dem Geld können behinderte Menschen sich als Käufer, Kunden oder Arbeitgeber eigenverantwortlich für individuelle Unterstützungsleistungen entscheiden.

Das Persönliche Budget wird nur auf Antrag gewährt. Er kann bei jedem Rehabilitationsträger, an den ein Anspruch besteht, oder auch bei den Gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger gestellt werden.

Trägerübergreifendes Persönliches Budget

Persönliche Budgets werden als trägerübergreifende Komplexleistung „wie aus einer Hand“ erbracht, wenn mehrere Leistungsträger unterschiedliche Leistungen in einem Budget erbringen.

Neben allen Leistungen zur Teilhabe können auch andere Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, Leistungen der sozialen Pflegeversicherung, Leistungen der Unfallversicherung bei Pflegebedürftigkeit sowie Pflegeleistungen der Sozialhilfe in  trägerübergreifende Persönliche Budgets einbezogen werden - so ist beispielweise eine Kombination aus Arbeitsassistenz und Leistungen der Pflegeversicherung sowie der Sozialhilfe möglich.

In der Budgetverordnung sind nähere Einzelheiten des Verfahrens geregelt.

Budget für Arbeit

Das "Budget für Arbeit" wurde zunächst von Rheinland-Pfalz im Jahr 2006 modellhaft erprobt. Es soll Menschen mit Behinderung, die in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) aufgenommen werden oder bereits im Arbeitsbereich einer Werkstatt arbeiten, ermöglichen, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt zu werden.

Mit dem Budget für Arbeit werden langfristige Hilfen von bis zu 70 Prozent der Lohnkosten für Arbeitgeber (als Minderleistungsausgleich) gewährt, die Menschen mit Behinderung aus einer WfbM einstellen. In der Anfangsphase wird auch die Unterstützung am neuen Arbeitsplatz gefördert. Finanziert wird das Budget für Arbeit zu gleichen Anteilen von den Kommunen und vom Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Eingliederungshilfe.

Mittlerweile habn weitere Länder wie Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ähnliche Modelle eingeführt. In der Regel erfolgt die Finanzierung über eine Kombination aus Mitteln der Eingliederungshilfe (die sonst für den WfbM-Platz erforderlich wäre) und Mitteln aus der Ausgleichsabgabe der Länder - im Einzelfall können in den ersten Jahren auch Eingliederungszuschüsse nach SGB III durch die Bundesagentur für Arbeit gewährt werden.

JobBudget

Ziel des bundesweit bis 2011 laufenden Modellprojekts „JobBudget“ ist es, Menschen mit Behinderungen durch eine besondere Unterstützung Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen, wobei diese Unterstützungsleistungen durch einen anderen Leistungserbringer als die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) – zumeist durch einen Integrationsfachdienst – in Anspruch genommen werden.

WerkstattBudget

Das seit September 2008 bis zum Frühjahr 2010 laufende Projekt "WerkstattBudget" ist ein Einzelprojekt des BMAS zur Verbreitung des Persönlichen Budgets. Es wendet sich an Menschen mit Behinderung, die in eine WfbM aufgenommen werden oder bereits im Arbeitsbereich einer Werkstatt arbeiten

Beim WerkstattBudget werden Werkstattleistungen in Einzelleistungen untergliedert, die wiederum in Module, Bausteine und Elemente unterteilt und mit Preisen versehen werden. Die Festlegung der Preise erfolgt auf der Ebene der Module und orientiert sich am individuellen Hilfebedarf – es ist dabei nicht ausgeschlossen, auch Leistungen außerhalb der Werkstatt in Anspruch zu nehmen.

Externe Links:

 

Originaltext von talentplus

Stand: März 2016

 

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