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Minderung der Erwerbsfähigkeit

Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)

Die Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) ist eine Bezeichnung, die für die Beurteilung des Anspruchs auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung eine Rolle spielt.

Die MdE ist ein eigenständiger Begriff neben Arbeitsunfähigkeit (Begriff der gesetzlichen Krankenversicherung), Erwerbsminderung (Begriff der gesetzlichen Rentenversicherung) und Grad der Behinderung (Begriff aus dem Schwerbehindertenrecht).

Die MdE ist für die Gewährung einer Rentenleistung der gesetzlichen Unfallversicherung (Versichertenrente oder Verletztenrente) aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit von Bedeutung.

Kommt es zu einem (Arbeits- oder Wege-)Unfall oder einer Berufskrankheit mit bleibenden Folgen, wird geprüft, ob eine Minderung der Erwerbsfähigkeit vorliegt und wie hoch diese ist.

Diese Höhe der Erwerbsfähigkeit ist eine abstrakte Größe, sie wird nicht in Abhängigkeit einer bestimmten Tätigkeit festgelegt. So ist es theoretisch sogar möglich, dass ein Mensch mit 100-prozentiger MdE noch arbeiten kann - zum Beispiel könnte ein Musiker gegebenenfalls auch nach völliger Erblindung auf beiden Augen (MdE = 100 Prozent) seiner Tätigkeit als Musiker nachgehen.

Eine Überprüfung orientiert sich nicht an der derzeitigen beruflichen Tätigkeit, sondern nur an der Erwerbsfähigkeit ganz allgemein. Jede denkbare Arbeit, die der allgemeine Arbeitsmarkt bietet, kann für einen Erwerb in Betracht gezogen werden. (Bei der Beurteilung der MdE werden mögliche Auswirkungen auf das Leben außerhalb des Erwerbslebens nicht gesondert beachtet.)

Da die gesetzliche Unfallversicherung Leistungen erbringt, wenn ein Gesundheitsschaden durch einen Arbeits- oder Wegeunfall bzw. durch eine anerkannte Berufskrankheit entstanden ist, wird die MdE auch nur auf die diesbezüglich anerkannten Gesundheitsschäden geprüft.

Ein Gutachter stellt die Höhe der MdE fest. Er beurteilt zunächst einmal anhand von Tabellen verlorengegangene Funktionen. Zudem wird das Ausmaß der Schädigung (körperliche und/oder geistige Beeinträchtigung) dem Zustand vor der Schädigung gegenübergestellt.

Der Gutachter stellt mit den gewonnenen Daten dann die durch die Schädigung eingetretenen Einschränkungen in Bezug auf das Arbeitsleben in ein Verhältnis zu den allgemeinen Arbeitsmöglichkeiten. Er stellt also zum einen die eingetretenen Beeinträchtigungen fest, zum anderen, welche Arbeitsmöglichkeiten der Versicherte noch wahrnehmen kann.

Seit das „Gesetz zur Änderung des Bundesversorgungsgesetzes und anderer Vorschriften des Sozialen Entschädigungsrechts“ am 21. Dezember 2007 in Kraft getreten ist, hat der Begriff „Grad der Schädigungsfolgen (GdS)" den Begriff „Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)" abgelöst.

In der aktuellen Auflage der Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit (AHP) ist diese Begriffsänderung noch nicht enthalten. Die formale Änderung des Begriffs soll aber laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales keine inhaltlichen Folgen für die Betroffenen haben.

Seit dem 01.01.2009 ersetzen die Versorgungsmedizinischen Grundsätze der Versorgungsmedizin-Verordnung die AHP als verfassungskonforme Rechtsgrundlage. Einige Nummern in den AHP entfallen nun, der Rest behält aber auch nach Inkrafttreten der Verordnung Gültigkeit.

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Originaltext von talentplus

Stand: August 2015

 

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