Pfadnavigation

  1. Service
  2. > Lexikon
  3. > Einträge
  4. > Eingliederungszuschuss

Eingliederungszuschuss

Eingliederungszuschuss

Eingliederungszuschüsse gehören zu den Leistungen der Agenturen für Arbeit nach SGB III (Arbeitsförderung). Sie werden als Zuschüsse zum Arbeitsentgelt erbracht, um Minderleistungen bei der Eingliederung von förderungsbedürftigen Arbeitnehmern auszugleichen.

Zu unterscheiden sind dabei Eingliederungszuschüsse bei Einarbeitung, bei erschwerter Arbeitsvermittlung und für ältere Arbeitnehmer. Höhe und Dauer der Förderung richten sich nach dem Umfang der Minderleistung des Arbeitnehmers und nach den jeweiligen Eingliederungserfordernissen - für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen sind spezifische Eingliederungszuschüsse vorgesehen.

Förderungsvoraussetzungen

Arbeitgeber können zur Eingliederung von schwer vermittelbaren Arbeitnehmern Zuschüsse zu den Arbeitsentgelten erhalten, wenn die Vermittlung dieser Arbeitnehmer aufgrund in der Person liegender Umstände erschwert ist. Diese Zuschüsse richten sich nach dem Umfang der Minderleistung des Arbeitnehmers und nach den jeweiligen Eingliederungserfordernissen.

Die Eingliederungszuschüsse werden auf die vom Arbeitgeber regelmäßig gezahlten Löhne und die pauschalierten Anteile an den Sozialversicherungsbeiträgen gewährt. Ein Arbeitsentgelt, das einmalig gezahlt wird, kann nicht berücksichtigt werden. Eingliederungszuschüsse können auch an Arbeitgeber gezahlt werden, die Personen einstellen, die bereits bis zu drei Monaten oder nicht versicherungspflichtig bei ihnen beschäftigt waren.

Höhe und Dauer der Förderung

Der Eingliederungszuschuss kann bis zu 50 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts einschließlich des Arbeitgeberanteils am Gesamtsozialversicherungsbeitrag betragen und für eine Förderdauer von bis zu zwölf Monaten erbracht werden.

  • Für schwerbehinderte oder sonstige behinderte Menschen kann die Förderhöhe bis zu 70 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts einschließlich des Arbeitgeberanteils am Gesamtsozialversicherungsbeitrag und die Förderdauer bis zu 24 Monaten betragen.
  • Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, kann die Förderdauer bis zu 36 Monate betragen, wenn die Förderung bis zum 31. Dezember 2019 begonnen hat.

Nach Ablauf von zwölf Monaten wird der Eingliederungszuschuss um zehn Prozentpunkte jährlich vermindert. Die Nachbeschäftigungszeit entspricht der Förderdauer, längstens jedoch zwölf Monate.

Eingliederungszuschuss für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen

Förderungsvoraussetzungen
Arbeitgeber können für die Einstellung besonders betroffener schwerbehinderter Menschen im Sinne des § 104 Absatz 1 Nummer 3 Buchstaben a-d SGB IX einen Eingliederungszuschuss erhalten.

Auch für die nach Paragraf 2 Absatz 3 SGB IX von den Agenturen für Arbeit gleichgestellten, behinderten Menschen können Eingliederungszuschüsse für besonders betroffene schwerbehinderte Menschen erbracht werden. Die Gewährung des Eingliederungszuschusses ist auch nach einer geförderten befristeten Vorbeschäftigung beim Arbeitgeber möglich.

Höhe und Dauer der Förderung
Die Förderung kann bis zu 70 Prozent des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts und die Förderdauer bis zu 60 Monate betragen. Bei besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, kann die Förderdauer 96 Monate betragen.

Bei der Entscheidung über die Förderhöhe und -dauer soll eine geförderte befristete Vorbeschäftigung beim Arbeitgeber angemessen berücksichtigt werden. In die Entscheidung fließt ebenso ein, ob der schwerbehinderte Mensch ohne gesetzliche Verpflichtung oder über die Beschäftigungspflicht nach dem Teil 2 SGB IX hinaus eingestellt und beschäftigt wird.

Nach Ablauf von zwölf Monaten (bei besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen nach 24 Monaten) wird der Eingliederungszuschuss entsprechend der zu erwartenden Zunahme der Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers um zehn Prozentpunkte jährlich vermindert. Sie darf 30 Prozent des zu berücksichtigenden Arbeitsentgelts nicht unterschreiten.

Externe Links:

Originaltext von talentplus

Stand: August 2015

 

Lexikon

 
©  Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke  ~  wegewerk. | ww.edit cms 3.5