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Disability Management

Disability Management

Disability Management ist der international verwendete Begriff für früh einsetzende, vernetzte und nachhaltige Maßnahmen zur Wiedereingliederung erkrankter Beschäftigter in den Beruf, um deren Leistungsfähigkeit zu stärken.

In Deutschland ist Disability Management ein Konzept für ein integriertes Gesundheitsmanagement und dient über das Case Management Einzelner hinaus der Vernetzung aller präventiver und rehabilitativer Maßnahmen zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit von Menschen, die im Arbeitsleben stehen, sowie zur Vermeidung von chronischen Erkrankungen, Arbeitslosigkeit und Frühverrentungen.

Unternehmen können von Disability Management profitieren durch:

  • Überwindung der jeweiligen Arbeitsunfähigkeit,
  • Sicherung des betriebswirtschaftlichen Einsatzes der jeweiligen Fachkraft,
  • Verringerung künftiger Fehlzeiten,
  • Senkung direkter und indirekter Kosten von Arbeitsunfähigkeit
  • frühzeitiges Erkennen von Rehabilitationsbedarfen,
  • Erhalt der beruflichen Qualifikation,
  • Erhalt des Arbeitsplatzes,
  • Verbesserung des Betriebsklimas.

Ursprung des Konzepts

Strategien der beruflichen Wiedereingliederung geraten weltweit zunehmend in das Blickfeld von Politikern, Regierungen, Betrieben, Versicherern und Dienstleistern  in der sozialen Sicherung. Das Konzept des Disability Managements kommt ursprünglich aus Kanada. Die Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) in Genf hat es als nachahmenswert beurteilt und einen Leitfaden dazu publiziert. Der Code of Practice on Managing Disability in the Workplace (ILO, Genf 2001) unterstreicht im Titel vor allem den rehabilitativen Ansatz des Tätigkeitsbildes.

Seither wird in zahlreichen Ländern der Welt Disability Management praktiziert und auch in Deutschland ist Disability Management in vielen weltweit tätigen Unternehmen bereits bekannt, wobei das Prinzip des modernen Disability Managements nunmehr die bisher vordergründige Rehabilitation um die Prävention ergänzt: die Entstehung von Behinderungen im Unternehmen sind unbedingt zu vermeiden, Arbeitsplätze sind sicher und gesund zu gestalten. So hat das Disability Management in Deutschland vor allem im Zusammenhang mit der gesetzlichen Festschreibung und Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements an Bedeutung gewonnen.

Disability Manager

Das Berufsbild des sogenannten Disability Managers ist in Deutschland noch relativ neu. Disability Manager sind eigens dazu ausgebildet, Mitarbeitern zu helfen, nach längerer Krankheit oder einem Unfall möglichst früh wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Um den Arbeitnehmer zu unterstützen, nehmen sie Kontakt mit Versicherungsträgern, Ärzten sowie Vorgesetzten und Betriebsräten auf. Darüber hinaus kümmern sie sich auch um mögliche Fördermittel.

In Deutschland hat der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) (mittlerweile: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV) die Zertifizierungsrechte und ein Bildungsprogramm aus Kanada erworben, mit dem den angehenden Disability Managern wesentliche Kompetenzen in einem Modulsystem vermittelt werden.

Nach Abschluss der Ausbildung wird ein Zertifikat zum sogenannten Certified Disability Management Professional (CDMP) ausgehändigt. Neben dem Weiterbildungsangebot wurde ein Bildungsverbund initiiert, um ein gemeinsames Gütesiegel zu etablieren und die bisherigen Bildungsprogramme der einzelnen Sozialversicherungsträger miteinander zu vernetzen.

Externe Links:

 

Originaltext von talentplus

Stand: August 2015

 

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