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Betriebliche Prävention

Betriebliche Prävention

Zur Betrieblichen Prävention als Teil der betrieblichen Gesundheitsförderung gehören alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu vermeiden.
Wenn gesundheitliche Probleme bereits aufgetreten sind, geht es bei der Prävention darum, diese durch entsprechende Maßnahmen zu beseitigen oder mindestens eine Verschlimmerung zu verhindern.

Betriebliche Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention

Bei der betrieblichen Prävention werden unterschieden:

  • Primärprävention
    Maßnahmen, die vor Eintritt einer gesundheitlichen Schädigung, Krankheit bzw. Behinderung ergriffen werden mit dem Ziel, arbeitbedingte Gesundheitsgefahren zu vermeiden und die Erkrankungswahrscheinlichkeit der Mitarbeiter zu senken.
    Nach dem Arbeitsschutzgesetz sind dies im Wesentlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes - "zur Verhütung von Unfällen bei der Arbeit und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren einschließlich Maßnahmen der menschengerechten Gestaltung der Arbeit" (§§ 1, 2 ArbSchG).
     
  • Sekundärprävention
    Maßnahmen, die ergriffen werden, sobald Leistungsveränderungen und/oder Vor-/Frühstadien von Erkrankungen deutlich werden (Indikator: Mehrfacherkrankungen). 
     
  • Tertiärprävention/Rehabilitation
    Maßnahmen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation bzw. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben einschließlich Stufenweiser Wiedereingliederung. Bei vorhandener gesundheitlicher Schädigung, Erkrankung und/oder Behinderung sollten die Maßnahmen dazu dienen, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit weitmöglichst zu erhalten bzw. einer Verschlimmerung vorzubeugen und weitere Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Stellenwert betrieblicher Prävention

Die Aufgabe der Prävention ist nicht neu, erhält jedoch vor dem Hintergrund aktueller Veränderungen in der Arbeitswelt neue Bedeutung. Dabei geht es vor allem um die zunehmende Arbeitsverdichtung mit ihren möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten und um die demografische Entwicklung.

Im Jahr 2005 wird es in Deutschlands Betrieben und Dienststellen erstmals mehr über 50-jährige als unter 30-jährige Mitarbeiter geben. Im Jahr 2015 wird jeder dritte Beschäftigte in Deutschland älter als 50 Jahre sein.

Das bedeutet: Die Belegschaften altern bei gleichzeitig intensiverer Nutzung ihrer Arbeitskraft. Vor diesem Hintergrund wird die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit, die Ressource Gesundheit, bedeutsamer.

Wenn im Beschäftigungsverhältnis eines schwerbehinderten Menschen bereits Schwierigkeiten aufgetreten sind, geht es darum, diese durch geeignete Maßnahmen zu beseitigen, zu mildern oder zumindest eine Verschlimmerung zu verhindern. So sieht es die im SGB IX eingeführte Regelung vor (§ 84 Absatz 1). Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet, tätig zu werden.

Auch die Pflicht zu einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (§ 84 Absatz 2) ist in die betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention eingebettet.

Externe Links:

Originaltext von talentplus

Stand: August 2015

 

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