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Berufskrankheiten

Berufskrankheiten

Die Ausübung des Berufs führt nicht selten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, doch nicht jede arbeitsbedingte Erkrankung ist auch eine Berufskrankheit - dies sind nur solche, die von der Bundesregierung durch Rechtsverordnung als Berufskrankheit anerkannt sind.

Grundlagen

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich ein Versicherter bei seiner Arbeit zugezogen hat und die in der Berufskrankheiten-Verordnung als solche bezeichnet werden. Verursacht werden sie nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind (vergleiche § 9 Absatz 1 SGB VII).

Berufskrankheiten-Liste

Alle Erkrankungen, die als Berufskrankheit gelten, sind in der von der Bundesregierung erstellten Berufskrankheiten-Liste (BK-Liste) aufgeführt. Diese Liste umfasst zurzeit 69 Krankheiten. Im Einzelfall kann eine Krankheit, die nicht in der Liste aufgeführt ist, gemäß § 9 Absatz 2 SGB VII wie eine Berufskrankheit als Versicherungsfall anerkannt werden.

Dafür müssen nach neuen Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft die inhaltlichen Voraussetzungen einer Berufskrankheit erfüllt und die Krankheit nur deshalb nicht in der BK-Liste enthalten sein, weil die Erkenntnisse bei der letzten Änderung der Liste noch nicht vorlagen oder nicht berücksichtigt wurden.

Merkblätter und wissenschaftliche Begründungen zu den Berufskrankheiten stellen keine verbindliche Erläuterung dar; sie geben lediglich Hinweise für die Beurteilung von möglichen Zusammenhängen aus arbeitsmedizinischer Sicht und wenden sich in erster Linie an die Ärzteschaft als wertvolles Hilfsmittel für das Erkennen von Berufskrankheiten.

Damit ist nicht jede Erkrankung im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit eine Berufskrankheit. Arbeitsbedingte Erkrankungen, die keine Berufskrankheiten sind, fallen unter den Versicherungsschutz der Krankenversicherung.

Verdacht auf eine Berufskrankheit

Die Verordnung über die Anzeige von Versicherungsfällen in der gesetzlichen Unfallversicherung (Unfallversicherungs-Anzeigeverordnung - UVAG) regelt den Verfahrensablauf bei Verdacht auf eine Berufskrankheit. Grundsätzlich ist aber auch eine formlose Anzeige durch Versicherte oder deren Familienangehörige möglich. Spätestens dann sollte auch der Betriebsrat eingeschaltet werden.

Der Unfallversicherungsträger, zum Beispiel die zuständige Berufsgenossenschaft, ist Herr des Berufskrankheiten-Anerkennungsverfahrens. Dabei wirken die für den medizinischen Arbeitsschutz zuständigen Stellen (beispielsweise staatlicher Gewerbearzt, Betriebsärztlicher Dienst) als unabhängige, neutrale Institutionen an verschiedenen Verfahrensschritten mit.

Leistungsanspruch

Liegt eine Berufskrankheit vor, haben Versicherte Anspruch auf Entschädigung - wie es auch nach Arbeitsunfällen der Fall ist - hierzu zählen beispielsweise die Heilbehandlung sowie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Die Einzelheiten hierzu sind in der Berufskrankheiten-Verordnung geregelt.

Externe Links:

Originaltext von talentplus

Stand: August 2015

 

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