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Berufsbildungswerk (BBW) - leichte Sprache

Berufsbildungswerk (BBW)

Was sind Berufsbildungswerke (BBW)?

In einem Berufsbildungswerk (Abkürzung: BBW) können junge Menschen mit Schwerbehinderung bzw. Förderbedarf

  • eine Berufsausbildung machen.

 Das Ziel der Ausbildung ist ein Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf
(Link: Liste der anerkannten Berufe bei BIBB.de).

Andere berufliche Aufgaben der BBW sind:

  • die Eignung-Abklärung
    = herausfinden: welcher Beruf passt zu der/dem Jugendlichen?
  • die Arbeits-Erprobung
    = herausfinden: ist der/die Jugendliche für den Wunsch-Beruf geeignet?
  • die Berufs-Vorbereitung
    = auf die Berufs-Ausbildung vorbereiten
  • die berufliche Eingliederung (Integration)
    = bei der Arbeitsplatz-Suche helfen

In Deutschland gibt es über 50 BBW. Die meisten BBW werden durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) finanziert. Auch Rentenversicherung und Unfallversicherung können Kostenträger sein. Man kann über die BBW im Gesetz nachlesen: 9. Sozialgesetzbuch (SGB IX), § 35.

Berufsausbildung in einem BBW – wie geht das?

Die BBW haben Werkstätten und Ausbilder für die praktische Ausbildung. Die praktische Ausbildung soll auch in Betrieben stattfinden. Deshalb gibt es die „Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken“ (VAmB). Bei der VAmB machen die Jugendlichen mindestens 6 Monate Ausbildung in einem Betrieb. Die Jugendlichen können auch in eine betriebliche Ausbildung wechseln, wenn die Voraussetzungen stimmen. Wer keine „verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken“ (VAmB) oder betriebliche Ausbildung schafft, der macht mindestens 26 Wochen Betriebs-Erprobungen (Praktikum).

 Am Anfang der Ausbildung machen der Jugendliche und das BBW einen Vertrag. Der Vertrag nennt die Rechte und Pflichten des Jugendlichen und des BBW. Für die Mitbestimmung bei der Ausbildung gibt es außerdem die Teilnehmervertretung.

Welche Unterstützung geben die BBW?

In den BBW arbeiten besonders ausgebildete Berufsschul-Lehrer und Ausbilder. Außerdem gibt es Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen und andere Fachkräfte. Jede/r Jugendliche hat sein eigenes Unterstützungs-Team. Die Team-Mitglieder arbeiten eng zusammen. Die Jugendlichen lernen und arbeiten in kleinen Gruppen (Gesamt-Personalschlüssel 1:5).

Die BBW arbeiten eng zusammen den IHK, Handwerkskammern und Ämtern, die für Ausbildung und Prüfung zuständig sind. Wenn die Jugendlichen Nachteilsausgleiche beantragen wollen (z.B. Hilfsmittel, besondere Prüfungsbedingungen), dann bekommen sie von ihrem BBW Beratung und Unterstützung.

Die BBW unterstützen die Jugendlichen auch im Alltag, z.B. bei gesundheitlichen Problemen oder Problemen in der Familie. Dafür gibt es eine Zusammenarbeit der BBW mit der Pflegeversicherung, Krankenversicherung, der Eingliederungshilfe und anderen Trägern.

Die BBW wollen eine inklusive Gesellschaft, die keinen Menschen vergisst. Deshalb helfen sie den Jugendlichen, in der Stadt oder Gemeinde selbständig zu leben. Die BBW wollen auch die Leistungen für junge Menschen mit Behinderung bzw. Förderbedarf verbessern. Deshalb machen die BBW Modellprojekte und erproben neue Fördermethoden.

Der Leit-Spruch der BBW ist: „So inklusiv (= normal) wie möglich, so speziell wie nötig“.

Externe Links:

 Stand: Juni  2016

 

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