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Bauen

Barrierefreies Bauen

Barrierefreies Bauen bedeutet, Wohnungen, Gebäude sowie öffentliche Orte so zu planen und zu bauen, dass sie von allen Menschen ohne fremde Hilfe und ohne jegliche Einschränkung genutzt werden können. Statt des Begriffs "barrierefreies Bauen" werden auch oft die Begriffe "behindertengerechtes Bauen", "Bauen für alle" oder "Design für alle" verwendet. Mit Letzterem ist noch umfassender gemeint, dass nicht nur Gebäude, sondern auch Produkte, Systeme und Dienstleistungen möglichst für alle zugänglich sein sollen.

Beispiele für Barrierefreies Bauen

Barrierefreies Bauen ist für viele Menschen die Voraussetzung, um überhaupt mobil sein und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können - zum Beispiel für motorisch beeinträchtigte Menschen, aber auch für besonders große oder besonders kleine Menschen - darunter auch Kinder, Menschen mit Gepäck oder Kinderwagen. Barrierefreiheit bietet ausreichend Platz, Durchgänge sind ausreichend breit und hoch, Aufstellflächen ausreichend lang. Bewegungsflächen sind eben, Höhenunterschiede oder Stufen können von allen überwunden werden. Taster, Griffe oder Ähnliches sind in einer Höhe angebracht, so dass sie beispielsweise vom Rollstuhl aus gut erreichbar sind. Menschen, die in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit oder in der Informationsverarbeitung eingeschränkt sind, benötigen übersichtliche Raumanordnungen; Blinde und Sehbehinderte zudem Leitsysteme wie Tastkanten oder Bodenindikatoren.

Rechtsgrundlagen für Barrierefreies Bauen

In Deutschland sind die Grundlage für barrierefreies Bauen diverse Normen und gesetzliche Regelungen. Rechtlich gesehen sind DIN-Normen zunächst Empfehlungen. Die Landesbehörden können jedoch in ihren Bauordnungen Festlegungen treffen, die die Einhaltung von Normen der Barrierefreiheit für bestimmte Bauten oder Anlagen erfordern (je nach Bundesland können unterschiedliche Regelungen getroffen werden).

Aktuelle DIN-Normen zum Barrierefreien Bauen:

  • DIN 18024-1 Barrierefreies Bauen - Teil 1: Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze; Planungsgrundlagen
  • DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen - Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude (ersetzt die DIN 18024-2 Öffentlich zugängige Gebäude und Arbeitsstätten)
  • DIN 18040-2 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 2: Wohnungen (ersetzt die DIN 18025-1:1992-12 und die DIN 18025-2:1992-12)
    DIN 32984 Bodenindikatoren, Leitstreifen etc (Ergänzung zur DIN 18040)
  • DIN 32975 Gestaltung Informationen im öffentlichen Raum (Ergänzung zur DIN 18040)
     

In Bearbeitung:

  • DIN 18070 (Entwurf): Barrierefreies Bauen - Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum - ist als Neufassung und Ersatz für die DIN 18024-1 vorgesehen.
  • Der Normentwurf DIN 18030 von 2006 sollte die DIN 18024 und 18025 ersetzen, scheiterte jedoch an zahlreichen Einsprüchen und wurde nicht zu Ende geführt.

Externe Links:

 

Originaltext von talentplus

Stand: August 2015

 

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